radio multikulti
Nouri Ben Redjeb

Nouri Ben Redjeb

Es gab Zeiten, da konntest du auf Partys gehen und passend zum Nudelsalat in der Küche kam eine Fata Morgana aus der Musikkonserve.

Es waren die Dissidenten auf Kassette und es war der gemeinsame musikalische Nenner, auf den sich Ali und Aischa mit Karl-Heinz und Heidi einigen konnten.

Es gab Zeiten, da brachte man die verschiedensten musikalischen Stile zusammen, ohne den Begriff World Music zu verwenden.

Die Embryos und Guru Guru brachten scheinbar schwer vereinbare Stile wie Folk und Raga unter einen Hut und unters Volk.

Es gab Zeiten, da hat man sich nicht verzettelt mit Debatten über Integration, sondern man traf auf Musiker wie Baroudi und El Kili. Und der Crossover-Sound war kreiert.

Und es gab Zeiten, wo viele an einem Universum der Wahrnehmung gearbeitet haben, das das mitteleuropäische Ohr von der Aufnahmefähigkeit für fremde Klänge überzeugte.

Heute ist es anders. Auch wenn viele den neuen Zeiten mit Schrecken entgegensehen mögen, scheint die Stimmung ganz gut zu sein.

Aus den fremden Klängen wurden die Heimatklänge, und aus dem schwer vermittelbaren Sound wurde der Globalsound.

Dementsprechend kommt die jüngere Generation zu Wort und zur Definition. Sie reiht sich ungern in die Tradition, sie schafft lieber die Kontinuität durch die Moderne.

Die mobile Heimat als Ersatz für das Nomadenhafte in uns, und die Kunst für die Obdachlosigkeit. Heute ist es anders. Da tönt ein Radio namens MultiKulti im Hintergrund, und der Unterschied zwischen Currywurst und Merguez ist nun eine kleine Nuance geworden…

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Ich moderiere die Sendung...

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