radio multikulti
Karin Vogel

Karin Vogel

Seit 1989 für den SFB, seit 1994 u.a. für radiomultikulti Autorin und Reporterin, später auch Planung und Metro-Redaktion.
Als Flüchtlingskind war ich es gewohnt, die Zugereiste zu sein – bis ich nach Berlin zog. Hier kamen so viele von viel weiter her als ich, und wir konnten alle heimisch werden.
Seit 1994 ist radiomultikulti der Platz, von dem aus ich mit all den Alt- und Neu-Berlinern reden kann. Ich habe Afrikaner in Berlin vorgestellt, Sinti- und Roma-Tage gefüllt, mit Hilfe von Hörerinnen und Hörern Bücher nach Tegel geschafft, immer wieder über Flüchtlinge und Bleiberecht berichtet; ich habe kaum machbare Projekte besucht, die mit großem Einsatz gerade von Neu-Berlinern dann doch wunderbar funktionieren, in Oranienburg, in Mitte, in Königs Wusterhausen; und manchmal bin ich auch satirisch, wie mit "Krishna“, den abenteuerlichen Spuren eines Einwanderers gefolgt.
Sendungen planen, Termine organisieren, das mache ich mit Leidenschaft, aber
bis heute vergesse ich alles Andere, wenn Menschen mir ihre Geschichte erzählen; es gibt nichts Spannenderes.

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Hier bin ich gerne:

Ich bin eine Spaziergängerin (-Rennerin, sagen meine oft überforderten Begleiter); es gibt immer und überall etwas zu sehen und zu hören: der Stuck einer alten, das Glas einer neuen Fassade, die Nachtigall neben den S-Bahn-Gleisen, Fetzen einer Sprache, die ich nicht gleich einordnen kann.

Mein Motto:

Der Weg ist das Ziel.

Einer meiner Lieblingsfilme:

„Der einzige Zeuge“, Regie: Peter Weir

Ein unerfüllbarer Traum:

Eine Farm mit Pferden und vielen Katzen, mit Gemüsebeeten und Apfelbäumen, mit endlosen Weiden – aber bitte mitten in Berlin!

Diese Musik macht mich glücklich:

Leicht „angeknackste“ Stimmen, wie die von Tom Waits; „Le Sacre du Printemps“ von Igor Strawinsky; Rai – endlos.

Einer meiner kulinarischen Höhepunkte:

Lamm-Biriyani in kenianischer Variation: Lammfleisch über Nacht mit einer dicken Schicht Tomaten und Gewürzen mariniert, darüber gebratene Zwiebeln – sehr viele, darüber Safran-Reis, überbacken. Dauert Stunden, den Duft bekommt man tagelang nicht aus der Wohnung, nach dem Essen fühlt man sich wie erschlagen – aber köstlich.

Was ich sonst noch mag:

Klingel abstellen, Telefone aus und lesen, lesen, lesen: Ein Universum im Universum.