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HipHopera (Foto: Vera Block)

Hip Hopera - Folge 1

Mozart trifft auf HipHop-Beats

Am 4. April feiert in der Komischen Oper unter den Linden ein gewagtes Projekt Premiere. Als Vorlage dient die Mozart-Oper Cosi fan tutte. Darin geht es um untreue Frauen und betrogene Männer. Doch die neue Version heißt Cosi fan tutti und stellt die Treue beider Geschlechter in Frage. Dies ist aber nicht die einzige Besonderheit der Produktion.

Der Regisseur hat 40 junge Berliner eingeladen an dem Stück mitzuwirken. Seit September üben sie bereits. Und die Spannung steigt, denn es sind nur 4 Wochen bis zur Premiere der Hip Hopera Cosi fan Tutti. radiomultikulti-Reporterin Vera Block hat schon jetzt einen Blick hinter die Kulissen gewagt.


"Viele sagen, dass es das beklopteste Projekt ist, dass ich je mitgemacht habe …"

... gibt Ann Kathrin Ostropp zu und blickt dabei auf eine 20-jährige Karriere als Theaterpädagogin zurück. Im Sommer hatte die Komische Oper in Berlin per Zeitungsannonce 40 Jugendliche zwischen 16 und 21 Jahren gesucht und gefunden.

Ostropp: "Sie mussten nicht perfekt sein. uns ging’s darum, Jugendliche zu finden, die eine Geschichte zu erzählen haben,die Lust auf irgendwas haben, die eine Frage haben. Und dann ein Wochenende gemacht was ganz anderes war, als viele sich Castings vorstellen."

Mustafa: "Im Casting musste man zeigen, dass man sich bewegen kann und dass man nicht verkrampft auf eine Sache ist – da kamen viele, die gut Break Dance machen, aber im Endeffekt konnten sie sich nicht auf was Neues einstellen. Das sollte man haben."

Mustafa Jouni, 17, Berufsschüler, Will-Smith-Fan und leidenschaftlicher Theaterschauspieler, der im Türkischen Theater und im Hebbel am Ufer Erfahrungen sammelte, wollte unbedingt dabei sein.

Mustafa: "Und ich war offen für alles, deswegen habe ich da mitgemacht was gesagt wurde. Das Tanzen, Choreographie lernen und andere Bewegungen und das hat mir so Spaß gemacht und das haben sie gesehen und so wurde ich aufgenommen."

Charlene Schimek dagegen ging mit festen Vorstellungen zum Casting.

Charlene: "Ich habe eine Anzeige in der Zeitung gelesen und da stand drin wir suchen Songwriter, Rapper, Tänzer, Schauspieler. Was mich gereizt hat war einfach diese Kombination von diesem klassischen Stil von Mozart und Hip Hop Ich dache hey, die kommen von der Komischen Oper, die wollen was wirklich machen."

Seit dem Abi bastelt die 19-Jährige an ihrer Musikkarriere. Komponieren, Demos aufnehmen. Den Weg finden eben.

Charlene: "Dann bin ich hin gegangen und habe dann diese alle Tänzer gesehen in diesem großen Raum. Bewegt euch. Tanzt! Vier Stunden lang so und ich dachte mit gut, vielleicht schreiben wir morgen und dann durften wir am nächsten Tag wieder tanzen ich dachte, vielleicht kommt’s ja noch und dann war es schon soweit, dass sie die ganze youthcrew ausgesucht haben und dann hieß es, du bist dabei. Und wir haben bis heute nicht wirklich was geschrieben, aber das Gute dabei ist, dass viele Leute sich dort getroffen haben, die gleiche Interessen haben und die ohne dieses Projekt nicht zusammen gefunden hätten."

Durch den langen Raum, dessen Wände mit riesigen bunten Graffiti-Bahnen zugehängt sind hüpfen drei Dutzend Teenager durcheinander. Alle schwarz, aber nicht gleich angezogen. Die einen schweben in bester Ballett-Manier über den Boden, zeigen Haltung, Bauchnabel und Hüftschwung. Andere tapsen eher laienhaft umher. Aber alle mit vollem Körpereinsatz und Schweißtropfen auf der Stirn. mittendrin Charlene und Mustafa. Er stets mit breitem Grinsen im Gesicht. Um den Hals baumelt ein goldenes Kettchen mit Anhänger. Sie eher in sich gekehrt. Die Augen unter der Baseball-Cap versteckt. Die Lippen fest zusammengepresst. Die Youthcrew ist ein komischer Haufen, sagt Ann-Kathrin Ostropp, die bei jeder Probe dabei ist.

Ostropp: "Diese Jugendlichen, die sich nie sonst begegnet wären, weil sie aus unterschiedlichen Kulturkreisen kommen, aus unterschiedlichen sozialen Schichten, aus allen Stadtbezirken. Und ich habe noch nie ein Projekt geleitet, was so einen Schwung hat. Es ist so lebendig geworden und das wollten wir versuchen und das ist extrem gut geglückt."

Wie es weitergeht:

Im zweiten Beitrag wird es um die Frage gehen, warum das Stück Cosi fan tutti (also alle betrügen alle) gewählt wurde, was die Jugendlichen davon halten und wie der Regisseur die Inszenierung sieht.

Im dritten Beitrag wird es um das künstlerische Potential der Jugendlichen gehen, welchen Beitrag sie zu der Gesamtproduktion leisten.

Und der vierte Beitrag soll von der Generalprobe erzählen.

© 2007 Rundfunk Berlin-Brandenburg

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Folge 2

Kids bei der Probe (Foto: Vera Block)

"Ich bin auch keine Schauspielerin"

40 jugendliche Sänger und Tänzer aus allen Berliner Bezirken und sozialen Schichten: Die Hip H’Opera ist das Ergebnis einer Fusion von Klassik und HipHop: Mozart trifft Rap, Arien harmonieren mit HipHop-Beats, DJs mit Orchester. Vera Block hat die Proben begleitet - in einer vierteiligen Serie.
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