Statt über Umwege direkt - Berlin ist Spitze in Sachen Kunst
Gediminas Kepalas dagegen kam nicht über Umwege sondern direkt nach Berlin, gezielt in die deutsche Hauptstadt. Er wollte den Mythos untersuchen, Berlin sei in Sachen Kunst ganz an der Spitze in Europa. Vor acht Jahren war er das erste Mal in der Stadt. Seit 2005 nun wohnt er ständig in Berlin. Er begann sein Studium in Vilnius und kam dann für seine Magisterarbeit und weitere Studien an die Kunsthochschule Berlin-Weißensee: „Berlin ist ja nicht so weit weg von Litauen, gerade 1000 Kilometer. Hier kann man ohne Probleme hin und zurück fahren oder fliegen.“ Auch die Studienmöglichkeiten hätten sich ja mit der Öffnung des Landes in Richtung Westen deutlich erweitert.
Aber Kepalas hält es für wichtig zu betonen, dass er kein Auswanderer ist: „Ich bin nicht hierher gekommen auf der Suche nach einem besseren Leben.“ Für ihn sei es wichtig, dass ein Künstler die Distanz wahrt, dass er immer auch die andere Seite betrachtet. Die Künstler seien da ganz unterschiedlich, manche ziehe es in die Metropolen, andere in die Provinz, auch in Länder wie die Schweiz oder nach Dänemark“.
Auch wenn Berlin einer der größten Galerienstandorte Europas sei, sei es für viele Künstler hier sehr schwer, einen Platz zu finden, erklärt Kepala: “Hier wohnt eine sehr, sehr große russische Gemeinde, die es vielen leicht macht, ganz ohne deutsche Sprache auch eine Galerie zu finden. In diese Ausstellung kommen dann aber oft auch nur Zuschauer aus Osteuropa. Einen Kontakt mit der deutschen Bevölkerung, den Menschen in Berlin zu bekommen, ist da für viele sehr schwierig“, sagt Kepalas. Außerdem sei es für viele auch geschäftlich nicht unbedingt einträglich, in Berlin auszustellen. Zwar könne man hier in vielen Ausstellungen seine Werke präsentieren, Kunstsammler oder Käufer allerdings fahren oft eher nach Hamburg, Düsseldorf oder London. „Ich bin kein Auswanderer, eher ein Nomade. Nächsten Monat fahre ich nach Finnland, wer weiß, vielleicht bleibe ich dort oder ich entscheide mich für etwas ganz anderes“, sagt Kapalas.