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Michael S. Cullen (Foto: Engelsmann)

Michael S. Cullen

MICHAEL S. CULLEN ist Historiker und Journalist. Geboren wurde der 69-Jährige in New York. Nach dem College (Russisch und Literatur) kam Cullen 1964 nach West-Berlin und studierte an der FU Geschichte. Seither publiziert Cullen über Berlin und Berliner Baudenkmäler, vor allem den Reichstag. Die Idee zur Verhüllung des Reichstages stammt von ihm. Cullen ist ledig, Jude und lebt in Charlottenburg.

Michael S. Cullen - die Fragen zum Nachhören

Kennzeichen B

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Kennzeichen B

1. Mein erstes deutsches Wort war …
... ich glaube langsam …oder vielleicht schnell. Das sind Wörter, die bei Beethoven oder Bach vorkommen um Anweisungen zu geben, wie der Pianist spielen soll.

2. Heimat ist für mich...
... dort wo die Rechnungen ankommen und sie kommen hierher. Ich habe sonst keine weitere Adresse. Berlin ist Heimat, aber ich denke auch viel an Amerika, weil ich ja auch manchmal dort bin. Also es ist keine einfache Frage. Auf jeden Fall bin ich hier und dort zugleich.

3. Typisch Deutsch ist…
... ziemlich konsequent zu sein, prinzipientreu und es gibt für mich eine deutsche Neigung mehr zu Extremen zu gehen als die Mitte zu suchen: politisch und gesellschaftlich, die bei mir manchmal nicht so gut ankommt.

4. Ein Vorurteil, dem ich persönlich ständig begegne, ist…
... vor allem dass die Amerikaner flach sind, wenig Bildung, Kultur und Sprachkenntnisse haben.

5. Für meine Miete in Berlin könnte ich dort, wo meine Familie lebt…
... in Amerika in einem sehr guten Viertel, ein schönes großes Haus bewohnen.

6. Was mir in Berlin fehlt, ist...
... dass die Geschäfte hier immer noch nicht überall rund um die Uhr geöffnet sind, und was mir in Berlin auch fehlt, ist der Geruch vom Meer, den ich aus New York vom Atlantik kenne.

7. Dafür gibt es in Berlin ein bisschen zu viel...
... ich würde nicht sagen, dass hier in Berlin etwas exzessiv ist. Es gibt genügend Wald, Luft und Spaziergangsmöglichkeiten.

8. Wenn ich im Ausland Berlin erklären muss, sage ich...
... Also manchmal nehme ich Berlin in Schutz, wenn Berlin angegriffen wird und manchmal kritisiere ich Berlin, wenn Berlin angehimmelt wird. Ich bin immer ein Gegenstück zu dem, was über Berlin gemeint wird.

9. Als König von Deutschland würde ich…
... meinen Thron zu Verfügung stellen. Ich möchte nie König von irgendeiner Stadt der Welt sein.

10. Bei multikulti denke ich …
... an viele idealistische Menschen, die versuchen, dass Berlins großes Wort von einer liberalen Gesellschaft wahr wird. Aber manchmal sieht es auch so aus, dass es noch lange Anspruch, aber nicht Wirklichkeit sein wird.

11. Ich glaube…
... an Gott. Ich glaube, dass Leute, die mit mir nicht Freund sein wollen, sich selbst schaden. Ich glaube, dass es sich leichter leben lässt ohne Angst und dass es wichtiger ist, Charakter zu haben als Geld.

12. Ich esse…
... was ich esse ist nicht so wichtig, als dass ich mit meinen Freunde essen gehe.

13. Bei einer Frau achte ich zuerst auf...
... viele Komponenten kommen da zusammen: Haltung, Stimme, Haut, ihre Augen und natürlich der Humor.

14. Als 13-Jähriger wäre ich gerne…
... Brückenbauer, Architekt oder Ingenieur, um Brücken zu bauen, geworden.

15. Mein größter Fehler ist…
... das möchte ich anderen Leuten überlassen.

16. Glücklich macht mich...
... wenn ich meine Neugier befriedigen kann.

17. Mich ärgert im Moment...
... der Berliner Senat mit der Frage um Tempelhof, der Berliner Senat wegen der beabsichtigten Abschaltung der Gaslaternen und neuen Schaffung von Stromlaternen und ja…meistens der Berliner Senat in fast allen Attitüden, die er an den Tag legt momentan. Das kann sich schnell ändern, aber das ist, was mich zurzeit am meistens in Berlin ärgert.

18. Dieses Kompliment verunsichert mich…
... viele Leute sagen, dass ich über Berlin alles weiß. Erstens ist es nicht war und zweitens ist es nicht unbedingt ein Kompliment. Alles wissen oder überhaupt viel Wissen ist uninteressant. Es ist wichtiger Dinge zu verstehen.

19. Diesen Menschen möchte ich gerne kennen lernen…
... ich glaube, dass ich Menschen kennen lernen möchte, die nicht mehr leben und das ist das größte Problem. Paul Wallot, den Architekt des Reichtages, über den ich sehr viel geschrieben habe, würde ich gerne begegnen und ansonsten vielleicht Woody Allen.

20. Auf meinem Nachttisch liegen…
... Bücher, die ich durchstöbere und weiter lesen möchte. Momentan ein Buch über den Friedensvertrag von Versailles, 1919. Ansonsten ein Radio um Nachrichten zu hören – meisten amerikanische Nachrichten aus dem National Public Radio. Jetzt auch in Berlin zu empfangen - und ein Wecker.