radio multikulti
Ciro Cappellari (Foto: Lautenschläger)

Ciro Cappellari

CIRO CAPELLARI ist Filmregisseur. Geboren wurde der 48-Jährige in Buenos Aires, zur Schule gegangen ist er in Patagonien. In Argentinien arbeitete Cappellari als Fotograf, bevor er nach Deutschland kam und an der Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin studierte. Seit 1988 arbeitet Cappellari als Filmregisseur. Derzeit dreht er mit Michael Ballhaus einen Berlin-Film. Cappellari ist ledig und lebt in Wilmersdorf.

Ciro Cappellari - die Fragen zum Nachhören

Kennzeichen B

Kennzeichen B - Zur Übersicht

top

Kennzeichen B

1. Mein erstes deutsches Wort war …
... „Haben Sie Feuer, bitte“ - weil ich damals geraucht habe.

2. Heimat ist für mich...
... unterwegs … weil ich sehr viel unterwegs bin. Also, meine Heimat ist Argentinien, aber Berlin ist auch meine Heimat und ich befinde mich oft zwischen den beiden Ländern und ich freue mich sehr darüber, unabhängig davon, in welche Richtung ich fahre.

3. Typisch Deutsch ist…
... schimpfen und sich beschweren, denke ich.

4. Ein Vorurteil, dem ich persönlich ständig begegne, ist…
... der „ Latino“ im Sinne des Wortes: vom Charakter, von der Art und Weise zu sein. Lateinamerikaner sind latinos, aber hier gibt es eine bestimme Idee davon, was „Latino zu sein“ bedeutet.

5. Für meine Miete in Berlin könnte ich dort, wo meine Familie lebt….
... gut leben. Vor ein Paar Jahren konnte ich sehr gut davon leben, aber vielleicht kann man in Zukunft gar nicht davon leben. Argentinien ist nicht so stabil wie Deutschland.

6. Was mir in Berlin fehlt, ist...
... die Sonne, das Licht.

7. Dafür gibt es in Berlin ein bisschen zu viel...
... Regen und einen langen Winter.

8. Wenn ich im Ausland Berlin erklären muss, sage ich...
... Berlin ist eine sehr offene Stadt, eine Stadt im Umbruch, eine Stadt, die sich immer neu definiert und nach dieser Definition sucht.

9. Als König von Deutschland würde ich…
... vielleicht die Grenzen öffnen und aus dieser Europaidentität eine Weltidentität schaffen.

10. Bei multikulti denke ich …
... an Fruchtsaft...also an Mehrfruchtsaft.

11. Ich glaube…
... an verschiedene Dinge: an das Leben, die Freude, das gute Essen. Vielleicht glaube ich nicht an Gott, sondern an das, was Gott bedeuten könnte.

12. Ich esse…
... am liebsten mit Freunden, und mit ihnen alles, was man zusammen kochen kann und aus dem Mittelmeer kommt. Also, die mediterrane Küche.

13. Bei einer Frau achte ich zuerst auf...
... ihre Hände, dann auf den Blick vielleicht und dann möchte ich gerne hören, was sie zu erzählen hat.

14. Als 13-Jähriger wäre ich gerne ...
... Fotograf geworden und ich bin dann auch ein Fotograf in der ersten Zeit meiner Arbeit geworden. Was wollte ich noch werden? ...Fischer vielleicht.

15. Mein größter Fehler ist…
... dass ich vielleicht zu lange in Berlin gelebt habe. Das heißt nicht, dass ich Berlin nicht mag, sondern dass ich auch sehr viel und gerne unterwegs bin.

16. Glücklich macht mich...
... das Meer, Menschen, die viel reden und lachen. Und mit anderen Menschen zusammen zu sein.

17. Mich ärgert im Moment...
... dass wir vielleicht bald kein argentinisches Fleisch mehr haben werden. Weil die Argentinier nur Soja anpflanzen, damit die amerikanischen, europäischen und chinesischen Rinder ernährt werden können.

18. Dieses Kompliment verunsichert mich…
... „Deine Filme sind schön“ oder „Du bist ein super Kameramann“ - das verunsichert mich.

19. Diesen Menschen möchte ich gerne kennenlernen…
... die Rolling Stones, Martin Scorsese und ich hätte gerne den italienischen Regisseur Paolo Pasolini kennengelernt. Aber leider ist er bereits gestorben, als ich sehr jung war. Also, es gibt sehr viele Menschen, die ich gerne kennenlernen möchte.

20. Auf meinem Nachttisch liegen…
... ein paar Bücher: eines von Fassbinder, eines von Roberto Arlt „ Juguete Rabioso“ und ein paar Kamerazeitschriften. Es gibt immer einen großen Stapel.